Eine mögliche Lösung: Altersverifikation

Eine der derzeit gangbaren Möglichkeiten wäre die konsequente Nutzung eines freiwilligen Altersverifikationssystems (AVS) für deutsche Spieler auf Plattformen wie Steam. Nachdem man nachweisen konnte, volljährig zu sein, darf man in Deutschland, wie bereits erwähnt wurde, mit einer Ausnahme jedes Medium erwerben, besitzen und auch nutzen. Betreiber von Online-Angeboten dürfen in geschlossenen Nutzergruppen rechtssicher auf den Listen A und C indizierte Titel bewerben und verkaufen bzw. zugänglich machen (§ 4 JMStV). Hierbei ist jedoch unbedingt zu beachten, dass sichergestellt werden muss, dass Sohnemann sich nicht irgendwie die Zugangsdaten seines Vaters verschaffen kann, zum Beispiel über die 2-Faktor-Anmeldung in einer Smartphone-App.

Eine im Rahmen unserer Steam-Communitygruppe durchgeführte Umfrage unter 1811 Gruppenmitgliedern hat gezeigt, dass der größte Teil (76,4 %) der aus Deutschland stammenden Teilnehmer eine einmalige Prüfungsgebühr von bis zu 10,00 € akzeptieren würde, wenn man ihnen im Anschluss daran den Katalog vieler unzensiert auf Steam erhältlicher Titel zur Verfügung stellt. Müsste man pro Kauf bzw. Anzeige des „Index-Stores“ eine Verifikationsgebühr zahlen, so sinkt die Akzeptanz auf 30,0 %, wobei man hier abwägen muss, wie hoch diese Gebühr pro Kauf im bzw. Anzeige des „Ab 18 Stores“ ausfallen würde.

So wäre die Umsetzung einer wasserdichten Altersverifikation auf Steam denkbar:

 

  • Es erfolgt die „Erstprüfung“, die mit einer Gebühr verbunden ist (< 10,00 €).
  • Nach erfolgter Erstprüfung schaltet Steam dem Nutzer genau einen (und nicht mehrere) Nutzeraccount für den „Ab 18-Store“ (samt indizierten Titeln der Listen A + C) frei. Dieser „Ab 18-Store“ könnte zusätzlich PIN-geschützt* sein.
  • Möchte ein Nutzer aus Deutschland Zugriff auf den „Ab 18-Store“ erhalten, muss er seine PIN eingeben. Hat er das getan, kann er darin stöbern und Artikel in den Warenkorb legen.
  • Im Anschluss daran kann der Kauf wie gewohnt abgeschlossen werden.* Ein PIN-Schutz könnte deshalb von Vorteil sein, weil er von der KJM als zusätzliche Hürde für Minderjährige gesehen werden könnte. Notwendig wäre ein PIN-Schutz aber höchstwahrscheinlich nicht, wenngleich er sicherlich auf große Zustimmung bei der KJM stoßen würde. Mit Family View verfügt Steam außerdem schon über ein PIN-Schutz-System.

Somit wäre nicht nur Valve und die Publisher auf der rechtlich sicheren Seite, sondern auch der Käufer mehr als zufrieden, da er sonst anfallende, kostspielige Versand- und Post-IDENT-Gebühren nicht mehr aufbringen muss. Gleichzeitig würden alle Steamnutzer in Deutschland dafür sorgen, dass Valve als Betreiber des Altersverifikationssystems keine Kosten durch die Bereitstellung eines solchen Systems entstehen.

Mit anderen Worten: Eine Win/Win-Situation auf ganzer Linie – für beide Seiten!

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