Besitzverbot

Komplette Verbote gibt es nur für Medien, die bestimmte Inhalte gemäß § 184b StGB und § 184c StGB (kinder- bzw. jugendpornographische Schriften) beinhalten. Diese Art (und nur diese Art) von Medien kann in Deutschland unter ein generelles Verbot gestellt werden und auch der Besitz wird ggf. strikt strafrechtlich verfolgt. § 184d StGB regelt das „Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Rundfunk oder Telemedien; Abruf kinder- und jugendpornographischer Inhalte mittels Telemedien”, also z. B. das Betrachten von Video- oder Bildmaterialien dieser Medien im Internet.

Es ist wichtig bezüglich des Besitzverbotes zwischen tatsächlichen und wirklichkeitsnahen Darstellungen zu unterscheiden. Bei Kinderpornographie werden, neben tatsächlichen, auch wirklichkeitsnahe Geschehen erfasst, bei der Jugendpornographie nicht – also hier nur tatsächliche Geschehen (Absatz 3 jeweils). Bei Videospielen bzw. gezeichneten/animierten Darstellungen erscheint nur wirklichkeitsnahes Geschehen plausibel. Eine Ausnahme ist The Guy Game, welches in der Erstversion (aus Versehen) echte Videoaufnahmen einer geschlechtsbetont posierenden Jugendlichen (kein Kind im rechtlichen Sinne mehr; über 14 Jahre alt) darstellte. Somit könnte dieser Titel unter ein Besitzverbot nach § 184c StGB fallen, falls die Darstellungen den nötigen Pornographiecharakter erfüllen, der bei § 184c StGB nötig ist, nicht aber bei § 184b StGB.

Allgemein ist auf die Problematik von Scheinminderjährigen (Erwachsene geben sich als Kinder/Jugendliche aus) und Scheinvolljährigen (Kinder/Jugendliche geben sich als Erwachsene aus) hinzuweisen; auch dies schützt nicht vor (potentieller) Strafe, auch, wenn es eine gern gewählte Zensur in japanischen Manga-Spielen ist.

Die Paragraphen § 86a StGB („Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Symbole“) und § 131 StGB („Gewaltdarstellung“), die am häufigsten zu Konflikten bei Videospielen in Deutschland führen, beinhalten ebenso kein generelles Besitzverbot wie wirklichkeitsnahe Jugendpornographie. Hierin unterscheiden sie sich maßgeblich von dem, was aus Publisher- und Entwicklersicht als „Verbot“ bezeichnet oder empfunden wird und sie letztlich dazu bewegt, ihre eigenen Werke zu zensieren (siehe „Zensur in Deutschland?“).

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