Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle durchlebte in den Jahren 2009 bis 2016 einen deutlichen Wandel. Spiele, die sonst aufgrund expliziter Gewaltdarstellungen nach § 131 StGB ohne lange Umwege direkt auf dem Index gelandet wären, erhielten wider Erwarten oft doch eine Chance und schafften es von Jahr zu Jahr häufiger in der internationalen Fassung zu einer Freigabe. Der dafür nicht unmaßgeblich verantwortliche Geschäftsführer, Felix Falk, gab seinen Posten Anfang Januar 2016 auf, wechselte zum Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) und übergab damit das Steuer an Marie-Blanche Stössinger – wir berichteten.

Frau Stössinger ist ihres Zeichens Volljuristin und brachte als ehemalige Media Relations Managerin bei MTV bzw. Viacom sowie als Head of Public Relations & Public Affairs im Hause des Spieleentwicklers Wooga einige Vorkenntnisse und Kernkompetenzen mit, die ihr in ihrer Laufbahn als Geschäftsführerin der USK von Nutzen gewesen sind. Doch wie Games Wirtschaft im September berichtete, endet die Laufbahn von Frau Stössinger bei der USK zum 15. Januar 2018. Als Grund wurden „persönliche Gründe“ genannt.

Nun gab die USK abermals die Nachfolge ihrer Geschäftsführung bekannt: Mit Elisabeth Secker übernimmt eine aus Sicht des BIU-Geschäftsführers Felix Falk sowie des Vorstandsvorsitzenden des GAME Bundesverband e.V., Stefan Marcinek, bestens geeignete Geschäftführerin die Leitung der USK.

Felix Falk (BIU) und Stefan Marcinek (GAME) über Elisabeth Secker

„Mit Elisabeth Secker haben wir eine neue Geschäftsführerin für die USK gefunden, die bestens mit den komplexen Strukturen des Jugendmedienschutzes in Deutschland vertraut ist. […]“

Frau Secker war bis dato stellvertretende Bereichsleiterin bei der Dachorganisation der 14 Landesmedienanstalten in Berlin und sammelte zuvor Geschick im Bereich der politischen Kommunikation im Rahmen einer PA-Agentur.

Elisabeth Secker über ihre neue Rolle bei der USK

„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Die USK hat als eine der wichtigsten Jugendschutzorganisationen in Deutschland nicht zuletzt als Gründungsmitglied der International Age Rating Coalition gezeigt, wie ein moderner und international anschlussfähiger Jugendmedienschutz heute aussehen muss. Diesen erfolgreichen Weg möchte ich mit der USK weiter fortsetzen.“

Es bleibt aus der Konsumentensicht natürlich zu hoffen, dass die USK nach dem erneuten Wechsel der Geschäftsführung die Fahrtrichtung beibehält, die in den letzten Jahren zu einem zunehmend progressiven Jugendschutz in Deutschland beigetragen hat. Da Frau Secker den Weg ein eines „modernen“ und „anschlussfähigen“ Jugenschutzes weiterführen möchte, wird es aller Voraussicht nach wohl nicht zu einer konservativen und damit restriktiveren Gangart kommen.