Wie wir bereits berichteten, ist die deutsche Version des Strategiespiels Steel Division: Normandy 44 zensiert. In gängiger Industriepraxis sind Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen vorsorglich entfernt worden:

Ursprünglich geschrieben von EUG MadMat

 

The German version abides to German laws: no nazi symbols (svaztika, SS and other runes, deathhead, …).
It was limited to a minimum: no name change, portraits were slightly edited instead of being replaced by silhouettes, …

Im Porträt von Kurt Meyer, damaliger SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS, wurden zunächst nur die SS-Runen ausgetauscht:

Ursprünglich geschrieben von EUG MadMat

 

Besides, as explained above, the difference are minimal, and if you’ve played with the German version, I guess you haven’t even noticed them. One of them being Kurt Meyer’s portraits having his SS collar runes replaced by Heer rank insignias. That’s the kind of changes!

Der Patch 79281 vom 9. Mai hat allerdings eine weitere Zensur in die deutsche Version eingeführt, dieses Mal explizit in Rücksprache mit oder durch Anfrage der USK („request“). Ein Auszug der Patch Notes:

Patch Notes, Patch 79281, 9. Mai

 

In accordance with the German USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle)’s request, we are replacing Kurt Meyer’s portrait & bio in the German version of the game with another officer: Fritz Witt, which was the nominal commander of the division at its arrival in Normandy but died a mere week after that.

Somit wurde Meyer nun doch vollkommen aus der deutschen Version entfernt bzw. durch Fritz Witt, der ebenso wie Meyer SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS war, ersetzt. Dies ist insbesondere interessant, da „Kopfbilder“ bzw. Porträts von Meyer vermutlich kein Symbol nach § 86a StGB darstellen. Aus einem Infobrief des Bundestages von 2014:

Infobrief des Bundestages

 

Das „Kopfbild“ Adolf Hitlers wird von der Rechtsprechung ebenfalls als Kennzeichen im Sinne des § 86a StGB betrachtet, weil entsprechende Bilder während des Nationalsozialismus massenhaft gerade als Symbol der NSDAP und des NS-Staats verwendet worden seien. Darin unterschieden sich Bilder Hitlers auch von solchen anderer bekannter Nationalsozialisten wie etwa Rudolf Heß oder Joseph Goebbels, weshalb jene nicht als Kennzeichen nach § 86a StGB gelten.

Es ist nicht auszuschließen, dass die USK auf Nummer sicher gehen wollte und den Symbolcharakter nicht verneinen konnte, oder es sogar Bedenken in Bezug auf § 130 StGB (Volksverhetzung) gab, da es sich bei Meyer um einen verurteilten Kriegsverbrecher handelt und man im Spiel quasi seine Einheit kommandieren konnte (Ergänzung: Bzw. auch immer noch kann, es wurde nur die Figur ausgetauscht). Klar scheint, dass die USK pauschal keine Titel mit Kennzeichen nach § 86a StGB freigibt, wie auch die zu bestätigende Erklärung im Prüfantrag nahelegt. Die bloße Nennung oder Darstellung von Personen des Dritten Reichs gilt allgemein als unproblematisch – mit Ausnahme des Kopfbildes Adolf Hitlers aufgrund des in der Rechtsprechung bestätigten Kennzeichencharakters. In der deutschen Version von Hearts of Iron IV wurde folglich auch ein Porträt Hitlers verdunkelt. 3D-Modelle Hitlers hingegen sind allerdings auch in den USK-Version der Sniper-Elite-Reihe bzw. ihren „Kill Hitler“-DLCs unzensiert freigegeben worden. Siehe auch das oftmals zu diesem Thema erwähnte Interview mit Rechtsanwalt Sebastian Schwiddessen auf Gamestar oder unseren Guide.

 

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Achtung: Deutsche Version zensiert, internationale Version unzensiert und ohne Regionlock!