Wie unser Partner Schnittberichte berichtet, ist das erste Spiel von Valve, Half-Life, welches in einer unzensierten Version 1998 in Deutschland veröffentlicht worden war und bald darauf indiziert wurde, nun vorzeitig aus dem Index gestrichen worden. 19 Jahre fristete es dort sein Dasein, die Indizierung wäre frühestens im Jahre 2021 neu geprüft worden. Auch das “Remake” Half-Life: Source (hierzulande im Bundle mit Half-Life 2 ebenfalls indiziert) wurde von der Liste genommen. Das Remake war ebenfalls zensiert worden, um es verkaufen zu können.

Für die heutige Zeit mutet das gut gealterte Spiel in seinem Gewaltdarstellungsgrad geradezu harmlos an. Technisch und erzählerisch war es Ende der 90er ein Meilenstein, brach mit alten Konventionen wie Cut-Scenes und schuf neue, wie komplexe Puzzle und eine ingame erzählte Story, die mit einem stummen Helden den Spieler näher ans Geschehen holte. Die zensierte Version hatte statt menschlichen Soldaten Roboter als Gegner, angeschossene Zivilisten setzen sich hin und schüttelten mit dem Kopf, was die Darstellung von tödlicher Waffengewalt ad absurdum führte. So mancher sah die Jugendgefährdung in der Verharmlosung von Gewalthandlungen. Es könnte sich aber auch um einen Fingerzeig vom Entwickler handeln, wie er die Situation um die Zensur verstand.

Ein Spiel kann nur vorzeitig vom Index gestrichen werden, wenn der Publisher oder Entwickler einen Antrag stellt und eine Neuprüfung bezahlt. Ob Vivendi als EU-Publisher oder Valve diesen Schritt gegangen sind, können wir jetzt noch nicht sagen. Die Lizenzgeflechte sind undurchsichtig.

Eine weitere Erkenntnis bestätigt sich in dieser Entwicklung wieder einmal, nämlich dass die Indizierungsfristen einfach zu lang sind. Eine Neuprüfung kann bereits 2 Jahre nach der Indizierungsentscheidung beantragt werden, nach 10 Jahren wird im einfachen Verfahren entschieden. Bleibt die Frage, warum die Fristen der Indizierung im Lichte von immer mehr Aufhebungsbeschlüssen nicht sehr viel kürzer gefasst werden. Das wäre nach einer Abschaffung der Indizierung und einer Vereinfachung von Altersverifizierung zumindest die drittsinnvollste Gesetzesänderung.