Update #1: Wie uns mitgeteilt wurde, ist Max Damage im sogenannten vereinfachten Verfahren für Fälle offensichtlicher Jugendgefährdung indiziert worden. Diese erfolgen im 3er-Gremium statt dem großen 12er-Gremium. Insbesondere in dem mit Punkten belohnte Überfahren unbeteiligter Personen wird der Verstoß gegen § 131 des Strafgesetzbuches vermutet. Weiterhin seien die Tötungen sehr detailliert und in sehr zynischer Weise kommentiert.

 

Ursprüngliche Meldung: Im Bundesanzeiger dieses Monats gibt die Bundesprüfstelle bekannt, Carmageddon: Max Damage in den Listenteil B der jugendgefährdenden Medien aufgenommen zu haben. Die USK bzw. die Ständigen Vertreter der OLJB hatten im Juni letzten Jahres die Kennzeichnung verweigert.

Damit unterliegt der neueste Ableger der Action-Rennspiel-Reihe Carmageddon weitreichenden Werbe- und Verkaufsverboten, um den Zugang für Minderjährige zu erschweren und die öffentliche Ordnung zu wahren. In Onlineangeboten wie Steam sind Liste B indizierte Medien absolut unzulässig (§ 4 JMStV), selbst wenn eine geschlossene Nutzergruppe bestände. Die Indizierung auf Listenteil B zeigt, dass die BPjM eine strafrechtliche Relevanz nach vermutlich § 131 StGB (Gewaltdarstellung) sieht, was ein Verbreitungsverbot bedeuten würde.

Die PC-Vorlage Carmageddon: Reincarnation wird global nicht mehr im Steam-Store angeboten. Besitzer erhielten ein kostenloses Upgrade auf die für einen Konsolen-Release erweiterte Version Max Damage, welche auch seit Oktober 2016 im deutschen Steam-Store angeboten wird.

Die europäische PEGI vergab die höchste Einstufung ab 18, in Nordamerika kam es zu einem M-Rating (17+) der ESRB. Australiens Rating Board erteilte mit MA15+ nicht die Höchstfreigabe.

In Deutschland hatte es die kontroverse Carmageddon-Reihe nie leicht. Diverse Uncut-Versionen wurden indiziert und kuriose deutsche Versionen angefertigt, bei denen statt menschliche Figuren, jugendschutzkonforme Androiden, Aliens oder Dinosaurier über den Haufen gefahren werden dürfen. Teil 1 und Teil 2 werden seit Ende Mai 2016 nicht mehr im deutschen Steam-Store angeboten, das nicht-indizierte TDR 2000 ist weiterhin verfügbar.

Mit Hatred liegt die letzte Indizierung eines Computerspieles fast ein Jahr zurück: als Telemedium mit vermuteter strafrechtlicher Relevanz auf Listenteil D; zwischenzeitlich wurde auch ein Video-Walkthrough beschlagnahmt. Werden nur Trägermedien beachtet, liegt sie gar über zwei Jahre zurück: Dying Light auf Listenteil A (mit vorläufiger Indizierung bzw. Blitzindizierung).