Update; 5. April: Mit Start der Preorder-Phase hat ein Entwickler im Steam-Forum jetzt auch die Zensur bestätigt:

Ursprünglich geschrieben von EUG MadMat

 

Sorry, das Law ist das Law. Yet, the difference are quite small, we’ve only changed what was utterly forbidden.

 

Ursprüngliche Meldung: Das neueste Werk des französischen Entwicklers Eugen Systems (bekannt u. a. durch die Act of War- und Wargame-Reihen) verspricht taktische Echtzeitstrategie im Zweiten Weltkrieg mit „historically accurate units“. Vor allem Genrefans dürfte auch der Publisher, Paradox Interactive, bekannt sein. Da nach wie vor die Problematik rund um Hakenkreuze und andere Symbole des Dritten Reiches die Spielelandschaft belastet, stellt sich automatisch die Frage nach der Handhabung bei Steel Division: Normandy 44: internationaler Verzicht oder zensierte Version für Deutschland?

Bereits am 29. März sind zwei Packages mit dem „PurchaseRestrictedCountries – DE“- Wert erstellt worden: Sub 165528 und Sub 165529. Diesen beiden Packages mit „Store or CD Key“-Kombination stehen zwei internationale Versionen gegenüber, welche keinerlei Regionsbeschränkungen aufweisen: Sub 145438 und Sub 164204. Eine App, wohl für das Hauptspiel, und ein einziges nicht näher benanntes Depot ist allen vier Packages seit Erstellung gemein. Allerdings wurde zusätzlich am 30. März eine noch unbekannte App zu den beiden, und nur zu den beiden, internationalen Packages hinzugefügt: App 617780.

Diese zusätzliche App kann dafür sorgen, dass die internationale Version uncut ist. Im Falle von Hearts of Iron IV, welches ebenso von Paradox Interactive veröffentlicht wurde, ist die gleiche Lösung gewählt worden. Der Versionsunterschied wurde im damaligen Fall also durch ein Extra-DLC realisiert, welches beim Kauf im deutschen Steam-Store nicht enthalten ist: Hearts of Iron IV: German Historical Portraits (siehe auch unsere Ankündigung).

 

Hakenkreuze enthalten?

Diese Umstände alleine deuten sicherlich bereits auf eine spezielle Version für den deutschen Markt hin. Da der Release allerdings noch in einiger Entfernung liegt („Coming Soon“) und keine offiziellen Aussagen des Entwicklerteams oder Publishers im Hinblick auf den Zensurstatus vorliegen, bleibt nur die Option, Gameplay-Material zu sichten. Hearts of Iron IV zeigt, dass der weltweite Verzicht auf das Hakenkreuz nicht zwingend in einer einheitlichen Version münden muss, wenn z.B. das Kopfbild Hitlers oder SS-Runen weiterhin den Tatbestand des Strafrechts erfüllen könnten.

Ein aufmerksamer YouTube-Kommentator konnte allerdings auch schon ein Problem-Symbol erspähen: In einem kürzlich veröffentlichten, über 45 Minuten langen Entwicklervideo wurde ein winziges Hakenkreuz am Heckflügel einer 109G2-Machine ausgemacht. Entgegen der Vermutung eines anderen Kommentators, dass es dieses Symbol nicht ins fertige Spiel schaffen würde, steht, wie beschrieben, auch die vor Kurzem etablierte Angebotsteilung sichtbar gemacht durch SteamDB.

 

Man beachte Minute 20:25 im obigen Video. Die Stelle ist leicht zu übersehen. Wir werden versuchen, möglichst zeitnah zu klären, wie es um die deutsche Version bestellt ist und ob wieder zum Ärgernis der deutschen Spieler eine Aktivierungssperre für Keys einer potentiellen Uncut-Version, wie bei Hearts of Iron IV, eingebaut wird. Für eine Auseinandersetzung rund um die Thematik des Paragraphen 86a des Strafgesetzbuches anhand des Indie-Releases The Last Sniper VR siehe zudem hier.