Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat diesen Monat bekannt gegeben, dass der Shooter-Klassiker Duke Nukem 3D auf Antrag vorzeitig im vereinfachten Verfahren von der Liste gestrichen wurde. Sowohl die Shareware- als auch die Vollversion wurden kurz nach Erscheinen im Jahr 1996 durch die damals noch als BPjS bezeichnete Behörde indiziert. Auch das 1997 indizierte Addon Plutonium Pak wurde von der Liste gestrichen. Der dritte Teil der Duke Nukem-Reihe ist er der einzige, der je indiziert war.

Die BPjS monierte damals, nach OGDB zitiert, „detailverliebte Tötungsanimationen“, welche nur dazu dienen würden, „Fun-Erlebnisse zu vermitteln“, und attestierte eine „extreme Jugendgefährdung“, welche nicht durch den im „unteren Bereich anzusiedelnde[n] künstlerische[n] Stellenwert“ aufzuwiegen gewesen wäre. Auch die „sexistischen Darstellungen“ dürften relevant gewesen sein, wie sie vor allem durch die antragsstellenden Stadtjugendämter angeführt wurden.

Auf Steam wurde lange auch im deutschen Store die Megaton Edition verkauft, bis sie im letzten Jahr aufgrund von Lizenzproblemen weltweit aus dem Storeangebot genommen wurde. Ersetzt wurde sie durch die technisch modernisierte 20th Anniversary World Tour Version, welche auch seit jeher im deutschen Steam-Store verfügbar war.

Automatisch nach 25 Jahren Listenaufenthalt wurden zudem die Titel Blazing Thunder und Wings of Fury gestrichen.

 

Hatred-Walkthrough beschlagnahmt

Jetzt erst wurde auch bekannt, dass bereits Ende November letzten Jahres das Amtsgericht Tiergarten einen siebenteiligen Video-Walkthrough („Walkthrough Full Part 1-7“) des seit geraumer Zeit Liste D indizierten Shoot’em Ups Hatred gemäß § 131 StGB beschlagnahmte. Der eigentliche Titel ist offenbar noch nicht beschlagnahmt/eingezogen worden, weder als Tele- noch als Trägermedium. Da es sich beim gegenständlichen Walkthrough wohl um die unkommentierte und komplette Darstellung des Spiels handelt, kann sicherlich davon ausgegangen werden, dass das eigentliche Spiel auch den Tatbestand des berüchtigten Gewaltdarstellungsparagraphen verwirklicht und damit unter einem allgemeinen Verbreitungsverbot fällt, wie die BPjM mit der Indizierung auf Listenteil D (statt C) bereits vermutete.

Auf Steam ist der virtuelle Amoklauf nicht in Deutschland und Australien zu erwerben, Keys aus Bundles oder über die Webseite der Entwickler lassen sich aber aktivieren. Zum Thema der wesentlichen Inhaltsgleichheit bei Videoinhalten wie Let’s Plays oder auch Walkthroughs sei auch auf die Ausführungen des VDVCs zur förmlichen Beanstandung eines ungeschnittenen Left 4 Dead 2 Let’s Plays der Rocketbeans verwiesen.