Gamestar hat auf Nachfrage die Gründe für die nur zensierte Veröffentlichung von Call of Duty: Modern Warfare Remastered in Deutschland erfahren. Demnach habe sich Activision um eine Listenstreichung der Uncut-Vorlage bemüht, die BPjM lehnte aber den Antrag ab, da der Titel weiterhin jugendgefährdend sei. Die unzensierte Remastered-Version sei anscheinend als im Wesentlichen inhaltsgleich anzusehen und müsse daher wie indiziert behandelt werden.

Dies ist überraschend nach den vorzeitigen Listenstreichungen von z.B. Resident Evil 4 oder Gears of War, wie Gamestar auch einräumt und wir in einer vorherigen Ankündigung auch vermuteten. Ein Erklärungsansatz seien erschwerte Bedingungen, da der Versuch vor Ablauf der zehn Jahre unternommen wurde, somit also im großen zwölfer statt kleinem dreier Gremium entschieden wurde (COD4: MW ist erst seit sieben Jahren indiziert).

Andere Titel wie Fallout 3, Grand Theft Auto: San Andreas, aber auch Gears of War wurden vor zehn Jahren Listenaufenthalt erfolgreich nach Antrag gestrichen. Diese Möglichkeit ist relativ unbekannt, da die BPjM sie selbst nicht erwähnt oder in ihrer  Gebührenordung aufführt, und auch die Durchführungsverordnung des JuSchG sie nicht vorsieht.

Weiterhin nicht bestätigt ist, dass der Arcade-Mode, einer der indizierungsrelevanten Inhalte neben der Gewaltspitze in einer Mission, überhaupt enthalten ist. Man kann davon allerdings vielleicht ausgehen, da die Gewaltspitze alleine wohl kaum nach der heutigen Spruchpraxis als jugendgefährdend angesehen werden kann und je nach Inhaltsgleichheit die USK-Freigabe erhalten hätte.

Es ist fraglich, warum Activision so lange mit dem Antrag gewartet hat und dann plötzlich die Store-Version, nach langem Verkauf als europäische Version, ausgetauscht hat; offenbar waren sie vom Fehlschlag selbst überrascht oder haben die Problematik der Inhaltsgleichheit lange übersehen. Außerdem befindet sich, anders als die gängige Norm, immer noch kein Zensurhinweis im deutschen Store, obwohl mittlerweile die zensierte Version verkauft wird. Dennoch ist der Versuch der Streichung im Sinne aller Parteien natürlich zu begrüßen und erschien auch aus Publisher-Sicht vom Kosten/Nutzen-Faktor sinnvoll.