In der letzten Woche gab es einige aus Sicht unserer Gruppe erwähnenswerte Entwicklungen, die allerdings durch die Entfernung der über zwei Dutzend Games aus dem deutschen Store überschattet wurden.

Deep Silver kündigte anfang März an, dass die Dead Island Definitive Collection ohne spezielle Locks für Deutschland erscheinen soll. Dies ist auch für die beiden Hauptspiele Dead Island und Dead Island Riptide in ihren Definitive Editions der Fall, das Arcade-Game Dead Island Retro Revenge hat aber als Einzel-Lizenz Key-Locks und lässt sich folglich nicht mit deutscher IP-Adresse aktivieren. Dies wurde uns auch von diversen Mitgliedern bestätigt. Es ist zu vermuten, dass es sich dabei um ein Versehen handelt: Anscheinend benutzen die Keys das Store/CD-Key-Sub, welches für DE gesperrt ist, und kein separates CD-Key-Sub wie bei den beiden Hauptspielen. Außerdem verwundert es, dass der Titel nicht zumindest auf Steam auch im deutschen Store regulär angeboten wird, da er wohl jugendschutztechnisch eher unproblematisch sein dürfte, allgemein auch separat von der Definitive Collection verkauft wird und mit Escape Dead Island auch schon ein Titel des Franchise in Deutschland vertrieben wird. [UPDATE: Keys sind seit einiger Zeit aktivierbar]

GOG Connect erlaubt den Import von Steam-Games nach GOG. Dabei wird eine geschnittene Steam-Version von Saints Row 2 als Uncut-Version auf GOG erkannt (GOG bietet die Cut-Version gar nicht an). Momentan kann nur eine stark limitierte Auswahl von Games importiert werden, die auch ständig wechselt; wer die Möglichkeit für Saints Row 2 bzw. generell noch wahrnehmen will, sollte dies möglichst bald tun. Es muss sich noch zeigen, ob Spiele wie z.B. Dying Light, die auf GOG nicht für deutsche Kunden angeboten werden, auch transferierbar sein werden.

Hatred wurde recht überrschend von der BPjM auf Listenteil D indiziert. Die Listenteile C und D sind Online-Angeboten (meist Web-Seiten) vorbehalten und eigentlich nicht öffentlich, wobei man bei Hatred eine Ausnahme machte. Listenteil D bedeutet analog zu Liste B für Trägermedien, dass die BPjM eine strafrechtliche Relevanz nach §131 StGB (Gewaltdarstellung) vermutet. Dies macht das Spiel zu einem unzulässigen Angebot für die digitale Distribution nach JMStV – selbst bei geschlossener Nutzergruppe. Im deutschen Steam-Store kann der Titel seit Release nicht erworben werden, Keys lassen sich mittlerweile aber aktivieren.

 

Nachwirkungen der Entfernung der 28 Games aus dem deutschen Store:

Es scheint so, dass Painkiller: Black Edition bald wieder in der deutschen Store-Region angeboten wird – allerdings als zensierte, vermutlich rein deutschsprachige Version. Wer bereits die internationale Version besitzt, sollte davon nicht betroffen sein (allerdings ist diese auch schon immer bei deutscher Spielsprache geschnitten gewesen). Ein Schnittbericht, der die Änderungen dokumentiert, ist hier verlinkt.

Die entfernte Star Wars Collection kommt wohl ohne Dark Forces zurück. Es ist unklar, ob eine Preisreduktion in Anbetracht des fehlenden Games erfolgen wird.

Im Zuge der Store-Sperren wurden auch zusätzliche Restriktionen für Gifts bei den betroffenen Spielen eingeführt, da gleichzeitig der Tag “AllowCrossRegionTradingAndGifting” eingebaut wurde. Dieser hat keinen direkten Einfluss auf die Giftbarkeit betroffener Titel an deutsche Nutzer, regelt aber Einschränkungen für Gifts aus sogenannten Billig-Ländern wie Russland oder China. Gifts aus diesen Regionen weisen seitdem 30.05. Nutzungseinschränkungen für alle Steam-Nutzer auf. Man darf rätseln, was Valve sich dabei gedacht hat bzw. wo der Zusammenhang besteht. [Wir danken unserem Leser IDDQD für den Hinweis.]